Themenfeld:

Wissenschaft

Im Themenfeld „Wissenschaft" finden Nutzer*innen der Wissensplattform kubi-online alle Fachbeiträge zusammengestellt, die aus theoretischer Perspektive Begriffs- und Praxisentwicklungen beleuchten und Erkenntnisse empirischer Forschung und wissenschaftlicher Studien diskutieren.

Um angesichts der Summe dieser vielen Theorie- und Forschungsartikel eine Orientierung zu erleichtern, sind alle wissenschaftlichen Texte auf kubi-online zusätzlich folgenden vier Rubriken zugeordnet: 

242 Beiträge im Themenfeld

Von Susanne Keuchel (2016)

Arts Education in the Age of Cultural Diversity – A Basis to Gain Cultural Identity in a Risk Society

Welche Anforderungen stellt Kulturelle Diversität an die Kulturelle Bildung im Spannungsfeld von Globalisierungs- und Lokalisierungsprozessen? Der Beitrag reflektiert hierzu in einem ersten Schritt unterschiedliche Gesellschaftsmodelle auf ihren Umgang mit „Künsten“, ästhetischen Ausdrucksformen und Kultureller Bildung. In einem zweiten Schritt werden diese Reflexionen genutzt, um eine Vision zu entwickeln, wie eine zeitgemäße diversitätsbewusste Kulturelle Bildung aussehen könnte im Zeitalter einer „globalisierten“ und individualisierten Gesellschaft.

Von Nina Simon (2016)

Normalität entnormalisieren - Möglichkeiten der Arbeit mit „neutralen“ (?) Masken im Kontext rassismuskritischer Bildungsarbeit

Theaterpädagogische Arbeit mit Masken kann unter anderem für rassismuskritische Überlegungen fruchtbar gemacht werden. Am Beispiel der Arbeit mit sogenannten „neutralen“ Masken wird nach Möglichkeiten gefragt, ob und wie im Rahmen der Arbeit mit „Neutralmasken“ Normalität entnormalisiert und damit ein Beitrag zu einer migrationsgesellschaftlich orientierten kunst- und theaterpädagogischen Bildungsarbeit geleistet werden kann.

Von Hans-Rüdiger Müller (2016)

Familie als kulturelles Erziehungsmilieu

Das familiale Bildungsmilieu ist geprägt von der Familie als kultureller Lebensform. D.h. Familien werden zunächst in ihrem kulturellen Eigensinn und ihrer je besonderen Kulturtätigkeit wahrgenommen, um die darin liegenden Bildungspotentiale zu entdecken. Demgegenüber verschiebt sich die Aufmerksamkeitsrichtung noch einmal, wenn man danach fragt, wie der kulturelle Erfahrungsraum der Familie oder ihrer Mitglieder kultursensibel und nicht bloß kulturaffirmativ erweitert bzw. zum Ansatzpunkt für professionelle Bildungsangebote gemacht werden kann.

Von Fabian Hofmann (2016)

Vermitteln und aneignen lassen im Spiel der Differenzen. Pädagogische Kunstkommunikation in Schule und Museum

Was vor einem Kunstwerk passiert – beispielsweise bei einer Museumsführung oder weiter gefasst auch im Kunstunterricht – steht im Mittelpunkt dieser Untersuchung. Sie entwirft auf Grundlage empirischer Analyse und theoretischer Verortung ein Modell der „Pädagogischen Kunstkommunikation“ mit dem Fokus auf Vermittlung und auf Aneignung. Pädagogische Kunstkommunikation erweist sich dann als ein Zusammenspiel von Vermittlung und Aneignung, das sozial und performativ im Raum erfolgt und auf ästhetischen Erfahrungen aufbaut.

Von Barbara Hornberger (2016)

Informelle Orte, informelles Lernen: Herausforderung für Kulturelle Bildung

Die feinen Unterschiede zwischen U- und E-Kultur folgen historisch tradierten, ideologischen und ästhetischen Leitlinien. Gerade weil die Verbindung von Kultur und Bildung stark gemacht wird, muss der Kulturbegriff auf seine Implikationen, Exkludierungen und Wertungen sowie auf seine gesellschaftlichen Konzepte befragt werden. Dieses Geflecht zu durchschauen ist notwendig, um die expliziten und impliziten Distinktionsmechanismen in den Blick zu nehmen und die eigene Position zu reflektieren. Es wird um so bedeutsamer und komplizierter, wenn nicht nur über die Institutionen formaler und non-formaler Bildung gesprochen wird, sondern der Bereich informellen Lernens eingeschlossen werden soll.

Von Maria-Sibylla Lotter (2016)

Kunst und Moral

Dass Kunstwerke nicht nur etwas „Ästhetisches“ sind, sondern mit uns auch auf vielen Ebenen moralisch kommunizieren, ist ein Gedanke, der bei einigen Kunstfreunden Widerstände auslöst. Das liegt aber nicht an der Kunst, wie die Autorin mit ihren philosophischen Überlegungen über Kunst als Medium moralischer Reflexion und Bildung zu überzeugen weiß.

Von Eckart Liebau, Frank Jebe (2016)

Gegenstände Kultureller Bildung. Der Blick auf die Phänomene und ästhetischen Erfahrungen

Ausgehend davon, dass die Gegenstände der Kulturellen Bildung in den Fachdebatten häufig eine untergeordnete Rolle spielen, werden die damit verbundenen Folgen für die Kulturelle Bildung problematisiert und die Spezifik ästhetischer Alltags-, Natur- und Kunsterfahrungen sowie die Bildungspotenziale der Künste analysiert. Auch wenn der pädagogische Umgang mit den Gegenständen Kultureller Bildung seine ganz eigenen Schwierigkeiten aufweist, plädieren Liebau und Jebe für den Rat für Kulturelle Bildung dafür, wie wichtig es ist, die Aufmerksamkeit des Diskurses auf die Gegenstände zu richten.

Von Ute Pinkert (2016)

Theater und Vermittlung. Potentiale und Spannungsfelder einer Beziehung

Mittlerweile gibt es kaum noch ein Theater in Deutschland, das keine TheaterpädagogIn beschäftigt, der Bereich professionalisiert sich. Für eine strukturelle Beschreibung dieses Arbeitsfeldes von Theaterpädagogik ist es lohnend, zwischen verschiedenen Theaterformen zu unterscheiden und diskursive Auffassungen von Vermittlung zu diskutieren.

Von Steffen Geiger (2016)

Zur Umsetzung von Partizipation in der musikalischen Bildung. Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Analyse

In Diskursen der Kulturellen Bildung wird der Partizipationsbegriff derzeit viel diskutiert. Daran knüpft der Beitrag an und betrachtet ausgehend von einer theoretischen Differenzierung des Partizipationsbegriffes die Umsetzung von Partizipation aus der Perspektive musikpädagogischer Fachkräfte, die ein Musikprojekt im schulischen Kontext durchführen. Der Beitrag fußt auf einer qualitativ-empirischen Analyse und Masterarbeit an der Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Sozialpädagogik.

Von Inka Neus (2016)

Singen. Zentrale Begriffe, psychosoziale Wirkfunktionen und musikpädagogische Handlungsfelder. Eine interdisziplinäre Untersuchung

Seit etwa 20 Jahren gibt es in der evidenzbasierten Medizin ein zunehmendes Interesse am Zusammenhang von Singen, Wohlbefinden und Gesundheit. Diese Thematik betrifft auch die Musikpädagogik, wobei Transfereffekte von Musik kontroverse Diskussionen verursachen. Auf Basis einer medizinischen Studie, einer narrativen Review sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse skizziere ich zentrale epistemologische Probleme, die sich im Spannungsfeld zwischen Medizin und Musikpädagogik ergeben und problematisiere das Singen als Forschungsgegenstand in quantitativ-empirischer Forschung. Meine Beobachtungen zeigen, dass sich das Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (WHO) nicht in den Denkstil der Musikpädagogik implementieren lässt.