Themenfeld:

Wissenschaft

Im Themenfeld „Wissenschaft" finden Nutzer*innen der Wissensplattform kubi-online alle Fachbeiträge zusammengestellt, die aus theoretischer Perspektive Begriffs- und Praxisentwicklungen beleuchten und Erkenntnisse empirischer Forschung und wissenschaftlicher Studien diskutieren.

Um angesichts der Summe dieser vielen Theorie- und Forschungsartikel eine Orientierung zu erleichtern, sind alle wissenschaftlichen Texte auf kubi-online zusätzlich folgenden vier Rubriken zugeordnet: 

242 Beiträge im Themenfeld

Von Sven Sauter, Susanne Quinten, Eva Krebber-Steinberger, Heike Schwiertz (2016 / 2015)

Im Zwischenraum: Kunst, Behinderung und Inklusion

Inklusion ist ein vielschichtiges Thema, das im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention immer mehr gesellschaftlichen Transformations- und Reflexionsdruck erzeugt, auch und vor allem im Bereich von Kunst und Kultur. Behinderung, Kunst und Inklusion stehen jedoch in einem spannungsreichen Zusammenhang, denn die Verbindungen dazwischen lassen sich nur über ästhetische Erfahrungen reflektieren. Diskutiert werden in diesem Beitrag die Folgen und die Reichweiten von ästhetischen Erfahrungen in den künstlerischen Domänen von Musik, Tanz und Visual Arts, um die Möglichkeiten einer Bewusstseinsbildung hinsichtlich Behinderung und verkörperten Differenzen in den Blick zu nehmen.

Von Susanne Keuchel (2016)

Zur Diskussion der Begriffe Diversität und Inklusion – mit einem Fokus der Verwendung und Entwicklung beider Begriffe in Kultur und Kultureller Bildung

Die Begriffe Diversität und Inklusion spielen in der Kulturellen Bildung, aber auch im Kulturbereich eine zunehmende Rolle. Dabei kann beobachtet werden, dass es im Diskurs oftmals an Trennschärfe der Begrifflichkeiten fehlt. Tendenziell wird in der kultur- und bildungspolitischen Praxis Diversität eher im Kontext von Nationalität/Religion/Herkunft eingesetzt, Inklusion eher im Kontext von Menschen mit Behinderung. Dabei sind die Dimensionen beider Begriffe wesentlich vielschichtiger.

Von Karl Ermert (2016)

Kulturarbeit in Kinder- und Jugendchören und die Migrationsgesellschaft. Ein Thema und ein Projekt

Welche Bedeutung hat der gesellschaftspolitische Kontext „Migrationsgesellschaft“ für die Arbeit der Musikvermittlung in Kinder- und Jugendchören in Deutschland – und umgekehrt? Sind Menschen „mit Migrationshintergrund“ angemessen in deutschen Kinder- und Jugendchören repräsentiert? Der Artikel präsentiert den Ansatz und eine Ergebniszusammenfassung eines wissenschaftlichen Untersuchungs- und Diskursprojektes des Arbeitskreises Musik in der Jugend, das im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurde.

Von Inga Specht (2016)

Führungen für Erwachsene in Museen – Standortbestimmung eines Formats

Anhand anglo-amerikanischer und deutscher Studien wird in diesem Beitrag das Format der „Führung“ für erwachsene BesucherInnen in Museen näher bestimmt. Einige Forschungslücken sowie diverse Gründe für den Mangel an Studien zum Thema Museumsführungen für Erwachsene werden thematisiert. Insgesamt gibt der Beitrag einen Überblick über das Format der Führung für Erwachsene in Museen, wie er sich aus akademischer Sicht aktuell methodisch und empirisch darstellt.

Von Susanne Keuchel (2016 / 2015)

Diversität, Globalisierung und Individualisierung: Zur möglichen Notwendigkeit einer Neuorientierung in der Kulturpädagogik

Welche Anforderungen stellt kulturelle Diversität an die Kulturelle Bildung im Spannungsfeld von Globalisierungs- und Lokalisierungsprozessen? Wie positioniert sich der Einzelne im Spannungsfeld einer zunehmenden Individualisierung auf der einen Seite und dem Wunsch nach Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Gruppierungen vor Ort auf der anderen Seite? Hierzu werden unterschiedliche Gesellschaftsmodelle auf ihren Umgang mit „Künsten“ und Kultureller Bildung reflektiert - hier insbesondere bezogen auf Fragen von Zugehörigkeits- und Abgrenzungsprozessen - und eine Vision einer Kulturellen Bildung im Zeitalter kultureller Diversität entwickelt.

Von Silke Ballath (2016)

Ein (Zwischen)Raum für die Möglichkeit des Unmöglichen. Die Erforschung des Modells eines Transformationsraums

Ausgehend von einem Praxisbeispiel aus dem Programm Kulturagenten für kreative Schulen wird in dem Artikel ein (Zwischen)Raum für die Möglichkeit des Unmöglichen beschrieben, der sich an Hand von Widersprüchen in der Zusammenarbeit von KünstlerInnen und LehrerInnen darstellt. Die Autorin entwickelt davon ausgehend die Denkfigur des Transformationsraums. Sie versteht diese Denkfigur als Impuls und Unterstützung für einen kritisch-informierten Austausch in der Zusammenarbeit von KünstlerInnen und LehrerInnen.

Von Dieter Kramer (2016)

Drei Dimensionen Kultureller Bildung im Kontext von Fremdenfeindlichkeit

Im Zusammenhang mit der „Flüchtlingskrise“ sind Themen wieder aktuell geworden, die in Deutschland seit der Anwerbung von Arbeitskräften für die Sicherung des wirtschaftlichen Wachstums eine Rolle spielen: die Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen. Im vorliegenden Beitrag stehen drei Aspekte im Zentrum: (1) Antivölkisches und antirassistisches Grundwissen; (2) Aufklärung reicht nicht aus und (3) auf der symbolischen Ebene der Künste lassen sich Vorurteile überwinden.

Von Rainer Treptow (2016 / 2005)

Vor den Dingen sind alle BesucherInnen gleich. Kulturelle Bildungsprozesse in der musealen Ordnung

Museen bieten Chancen Kultureller Bildung. In den durch Ordnungsvorstellungen normativ geprägten Inszenierungsräumen werden Dinge zu Trägern von Repräsentationen, die über gegenwärtigen Alltag hinausweisen. Dem wird eine Bildungsauffassung gerecht, die Museen nicht auf den Wissensvorrat ihrer Dingwelt eng führt, von bloßen pragmatischen Verwertungsinteressen der Gegenwart Abstand zu halten weiß und dingübergreifende Sinnkontexte erzeugen kann. Zugleich können die lebensgeschichtlichen Bildungsvoraussetzungen der BesucherInnen nicht übergangen werden, gleichwohl diese vor den Dingen alle gleich sind.

Von Max Fuchs (2016)

„Wissen, was wirkt“ - Anmerkungen zur evidenzbasierten Bildungspolitik im Bereich der kulturellen Bildung

Skizziert werden die Genese einer evidenzbasierten Bildungspolitik und die Folgen einer evidenzbasierten Erziehungswissenschaft. Gerade angesichts einer zunehmenden Verwissenschaftlichung der Kulturpädagogik in ihren einzelnen Sparten scheint es nötig zu sein, diese Entwicklung aufzugreifen und sich mit der Relevanz einer zunehmend auf Evidenz ausgerichteten Bildungspolitik und -forschung für die Kulturpädagogik kritisch auseinanderzusetzen. Der Autor vertritt, dass die geringe Sensibilität einer evidenzbasierten Pädagogik gegenüber der Praxis professionellen Handelns den Verdacht nahelegt, dass die politischen Interessen, die der Evidenzbewegung zugrunde liegen, stärker sind als ihr wissenschaftliches Credo.

Von Thomas Renz (2016)

Nicht-BesucherInnen öffentlich geförderter Kulturveranstaltungen. Der Forschungsstand zur kulturellen Teilhabe in Deutschland

Die Gesellschaft in Deutschland leistet sich für mehrere Milliarden Euro pro Jahr eine öffentlich geförderte Kulturlandschaft. Seit vielen Jahren scheint es aber so, dass vor allem bei der an Einrichtungen gebundenen Kultur ein gewisser Optimierungsbedarf existiert: Die großen Museen, Theater und Konzerthäuser haben an gesellschaftlicher Relevanz verloren, die Besucherzahlen sind nicht immer befriedigend, in Zeiten knapper öffentlicher Kassen schwebt die Angst vor Mittelkürzung über den freiwilligen Leistungen und es werden Legitimationsgründe für eine weitere Förderung gesucht. Daher wird in diesem Beitrag der Frage nachgegangen, weshalb im Gegensatz zum kulturpolitischen Anspruch von Kultur für alle (Hoffmann 1981) nur ein relativ kleiner Teil der Bevölkerung regelmäßig öffentlich geförderte Kulturveranstaltungen besucht und welche Maßnahmen Kulturpolitik und Kulturmanagement entwickeln können, um diese Form kultureller Teilhabe zu fördern.