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Theorie- und Begriffsentwicklungen

127 Beiträge im Themenfeld

Von Hilmar Hoffmann, Dieter Kramer (2013 / 2012)

Kultur für alle. Kulturpolitik im sozialen und demokratischen Rechtsstaat

Als Hilmar Hoffmann nach seinen Lehrjahren in der Bergarbeiterstadt Oberhausen, wo er als erfolgreichstes Projekt die dortigen Internationalen Kurzfilmtage ins Leben gerufen hatte, 1970 als 45-Jähriger nach Frankfurt am Main als Dezernent berufen wurde, war ein neuer Aufbruch der Kulturpolitik nicht nur in der Theorie überfällig, sondern auch in der Praxis.

Von Kaspar Maase (2013 / 2012)

Kulturkritik und Kommerzialisierung

„Kulturkritik“ bezeichnet ein recht heterogenes Feld von Denkansätzen, die soziale Zustände be-­ und anklagen und in eine allgemeine Geschichte des Verfalls von Werten und Verhaltens­normen einordnen. Im engeren Sinn stellt Kulturkritik einen „Reflexionsmodus der Moderne [dar], der mit ihr entsteht und gegen ihre Zumutungen Einspruch erhebt“ (Bollenbeck 2007:10).

Von Birgit Mandel (2013 / 2012)

Kulturvermittlung, Kulturmanagement und Audience Development als Strategien für Kulturelle Bildung

Kulturvermittlung, Kulturmanagement und Audience Development sind professionelle Funktionen des Kulturbetriebs, die vor allem im strategischen Zusammenspiel Rahmenbedingungen herstellen, unter denen Kulturelle Bildung stattfinden kann. Kulturvermittlung und Kulturmanagement gehen von der professionellen Seite des Vermittlers aus, Kulturelle Bildung von der Seite des sich bildenden Subjekts.

Von Larissa von Schwanenflügel, Andreas Walther (2013 / 2012)

Partizipation und Teilhabe

Partizipation zielt wie auch Kultur auf das Vermittlungsverhältnis und Vermittlungshandeln zwischen Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft, allerdings weniger bezogen auf die symbolisch-­ästhetische Vermittlung von Praktiken als auf die politische Vermittlung von Interessen. Wie beim Kulturbegriff lässt sich auch in Bezug auf Partizipation ein enges (konventionelles) von einem weiten (non-konventionellen) Verständnis unterscheiden. Diskurse zu Partizipation und Kultureller Bildung überschneiden sich etwa dort, wo Kulturelle Bildung „eine Teilhabe am kulturellen Leben erschließen soll“ (BMFSFJ 2009:786).

Von Susanne Keuchel, Ernst Wagner (2013 / 2012)

Poly-, Inter- und Transkulturalität

Globalisierungseffekte nehmen zunehmend Einfluss auf die gesellschaftlichen Entwicklungen. Ihre Merkmale sind: Herausbildung einer globalen Ökonomie, Mobilität und Migrationsbewe­gungen sowie neue Kommunikationstechnologien. Traditionelle Strukturen, Praktiken und Habitusformen verflüssigen sich unter diesen Bedingungen in immer höherer Beschleunigung und in immer weiteren räumlichen Kontexten. Transkulturelle und transnationale Differenzie­rungen, Pluralisierungs-­ und Individualisierungsprozesse nehmen an Bedeutung zu.

Von Bernd Wagner (2013 / 2012)

Von der Multikultur zur Diversity

Eine Gesellschaft, in der eine Vielzahl von Kulturen nebeneinander existieren, ist – rein be­grifflich – eine multikulturelle Gesellschaft. In diesem Verständnis sind auch alle ethnisch homogenen Gesellschaften – Benjamin Barber weist darauf hin, dass heute weniger als 10 % der Staaten homogen sind und sich wie Dänemark und Holland nicht weiter ethnisch untergliedern lassen (Barber 1999:18) – multikulturell, denn ab einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung bestehen dort immer mehrere Kulturen nebeneinander.

Von Albrecht Göschel (2013 / 2012)

Gesellschaftlicher Wandel und Kulturelle Bildung

Alle, vor allem aber alle modernen, industrialisierten Gesellschaften unterliegen einem Wandel, meist sogar ähnlichen Formen von Wandel, der immer auch einen kulturellen Wandel, also einen Wandel sowohl von Lebensformen (Kultur im weiten Sinne) als auch von künstlerisch­-symbolischen Äußerungen (Kultur im engeren Sinne) einschließt. Allerdings ist Wandel nie­mals linear oder kontinuierlich, vor allem niemals monokausal. Er variiert zudem zwischen verschiedenen nationalen Gesellschaften, selbst dann, wenn sich globale Gemeinsamkeiten feststellen lassen.

Von Michaela Pfadenhauer (2013 / 2012)

Ereignis – Erlebnis – Event

Kulturanthropologisch betrachtet sind Events „anberaumte Zusammenkünfte einer größeren Zahl von Handelnden, die sich für eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Schauplatz einfinden und bereit sind, einen oder mehrere gemeinsame Foci der Interaktion zu teilen“ (Knoblauch 2000b:36). Das Event ist nicht nur ein interaktives, sondern ein performatives, d.h. als Aufführung bzw. Vorführung angelegtes Ereignis, wobei hierfür nicht zwingend eine ‚Bühne‘ für die Aufführung aufgebaut wird, wie Hubert Knoblauch (2000a) am Beispiel von Kaffeefahrten verdeutlicht.

Von Wolfgang Sting (2013 / 2012)

Inszenierung

Unter Inszenierung versteht man den intentionalen Prozess der Gestaltung, Erprobung und Ordnung ausgewählter Stoffe, Materialien, Handlungen in Raum und Zeit, also allgemein etwas „zur Erschei­nung zu bringen“, das im performativen Akt der Aufführung öffentlich wahrnehmbar wird (vgl. im folgenden Fischer­-Lichte 2005:146-153).