Themenfeld:

Wissenschaft

Im Themenfeld „Wissenschaft" finden Nutzer*innen der Wissensplattform kubi-online alle Fachbeiträge zusammengestellt, die aus theoretischer Perspektive Begriffs- und Praxisentwicklungen beleuchten und Erkenntnisse empirischer Forschung und wissenschaftlicher Studien diskutieren.

Um angesichts der Summe dieser vielen Theorie- und Forschungsartikel eine Orientierung zu erleichtern, sind alle wissenschaftlichen Texte auf kubi-online zusätzlich folgenden vier Rubriken zugeordnet: 

242 Beiträge im Themenfeld

Von Jens Kastner (2015)

Herrschaft und Kultur - Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei Gramsci und Bourdieu

„Wenn Gramsci hinsichtlich der Infragestellung von Herrschaft zu optimistisch war,“ schreibt der US-amerikanische Soziologe Michael Burawoy „dann war Bourdieu zu pessimistisch“. Antonio Gramsci habe den kulturellen Mystifikationen nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, mit denen der fortgeschrittene Kapitalismus sein Fortbestehen garantiere. Pierre Bourdieu hingegen habe die habituelle Anerkennung für zu grundsätzlich und universell gehalten, in der die kapitalistischen Verhältnisse reproduziert würden. Dieser Beitrag reflektiert die Ansätze der beiden Theoretiker und zeigt, dass diese in ihrer Herrschaftskritik und der Bewertung der Rolle der Kultur einiges gemeinsam haben.

Von Daniel Schönherr, Florian Oberhuber (2015)

Kulturelle Beteiligung – Studie über die Nutzung kultureller Angebote der Stadt Wien gibt exemplarisch Aufschluss über förderliche und hemmende Faktoren kultureller Teilhabe

Wer nutzt welche kulturellen Angebote der Stadt Wien, und was sind die förderlichen und hemmenden Faktoren für kulturelle Beteiligung? Erstmals liefert eine vom österreichischen Sozialforschungsinstitut SORA (http://www.sora.at) im Auftrag der Kulturabteilung der Stadt Wien durchgeführte Studie einen Überblick über die konkrete Nutzung des kulturellen Angebots in Wien sowie über gruppenspezifische Unterschiede in der kulturellen Teilhabe.

Von Max Fuchs (2015)

Kunst macht Schule

Möglicherweise irritiert der Titel dieses Beitrages. Denn eigentlich hält man es eher für selbstverständlich, dass die Schule in ihren künstlerischen Fächern und AGs Kunst macht. Der Ansatz von LTTA (Learning through the Arts) geht dabei schon einen anderen Weg, denn hierbei werden die Künste als Mittel der Unterrichtsentwicklung verwendet; zum Nutzen für alle Beteiligten: für die LehrerInnen, weil es das Lehren erleichtert, und natürlich für die SchülerInnen, bei denen mithilfe der Künste das Lernen besser gelingen soll. Mein Anliegen, das ich im Folgenden erläutern will, geht noch einen Schritt weiter. Denn es geht mir hierbei zwar auch um Unterrichtsentwicklung, ich bette diese allerdings ein in die Entwicklung der gesamten Schule und den Zusammenhang von Unterrichtsentwicklung, Personalentwicklung und Schulentwicklung. In einem ersten Teil werde ich einige grundsätzliche Überlegungen zur Schule, insbesondere zur Entwicklung der Schule in der Moderne vortragen; im zweiten Teil werde ich diese in Beziehung zu den Künsten setzen.

Von Verena Freytag (2015)

„Über die Köpfe“ – Vom Scheitern eines Tanzprojektes an Schulen. Eine Fallstudie aus Lehrerinnenperspektive

Tanzprojekte, in denen Schulen mit TänzerInnen oder ChoreographInnen kooperieren, bereichern momentan das Schulleben. Für die SchülerInnen ergeben sich hierdurch neue Möglichkeiten ästhetische Praxis kennen zu lernen und ästhetische Erfahrungen zu sammeln. Trotzdem sind entsprechende Kooperationsprojekte nicht nur dadurch, dass sie stattfinden, erfolgreich und schon lange keine Selbstläufer. Unterschiedliche Perspektiven und Ziele der beteiligten AkteurInnen können zu Problemen führen. LehrerInnen haben andere Erwartungen an ein Tanzprojekt als die beteiligten SchülerInnen, ChoreographInnen oder Eltern. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit dieser Schnittstelle und analysiert Gründe des Scheiterns eines Tanzprojekts aus Lehrerinnenperspektive.

Von Max Fuchs (2015)

Was ist „pädagogische Qualität“? Überlegungen und Antwortversuche

Die Qualitätsdebatte über ästhetische Qualität hat sich so intensiviert, dass man den Eindruck bekommen kann, dass die Frage nach der pädagogischen Qualität keine so große Rolle mehr spielt. Ich will daher einzelne Diskurse um eine pädagogische Qualität in den Bildungsinstitutionen (Schule, Kindertagesstätte, Jugendarbeit) vorstellen und anregen, diese Auseinandersetzungen im Bereich der Kulturellen Bildung zu berücksichtigen. Wer über pädagogische Qualität spricht, sollte sich der Aufgabe unterziehen, Rechenschaft sowohl über das unterstellte Menschenbild, aber auch über Ziele und Maßstäbe abzulegen.

Von Christian Rittelmeyer (2015)

Werke und Prozesse künstlerischer Bildung im Blick der Forschung: Über den methodologisch organisierten Verlust der „Objekte“ – und ihre Wiederentdeckung am Beispiel der Musik

Die Wirkungen der künstlerischen Bildung werden weltweit erforscht, wobei allerdings selten die konkreten Tätigkeiten in den Blick kommen – abstrakt ist häufig von „arts education“, „Drama Group“, „Einübung eines Musicals“ usw. die Rede. Man kann jedoch keine fundierten Forschungserkenntnisse gewinnen ohne eine genaue bildungstheoretisch orientierte Phänomenologie dessen, was unter dem Titel der künstlerischen Tätigkeiten tatsächlich passiert. Am Beispiel der Musik und unter Rückgriff auf Methoden der sprachanalytischen Ästhetik wird herausgearbeitet, wie eine solche bildungstheoretisch begründete Phänomenologie beschaffen sein könnte.

Von Peter Fauser (2015)

„Lernen heißt erfinden“. Über Kulturelle Bildung und die Bedeutung von Kunst und Imagination für Lernen und Schule

Was wir brauchen, ist ein schulisches Klima und ein professionelles Ethos, zu dessen Kernqualitäten eine besonders wache Aufmerksamkeit für den schöpferischen Ursprung und die schöpferischen Momente jeden wirklichen Lernens gehört – das Staunen über das Neue und die Freude über die eigenen individuellen Wege des Lernens. Eine solche engagierte Aufmerksamkeit hat mit den handlungsleitenden Theorien des „Lernens“ zu tun, denen die Schule folgen sollte, und sie hat eine professionell-handwerkliche Basis. Zu beidem möchte ich einen Beitrag leisten.

Von Benedikt Sturzenhecker (2015)

Sozialräumliche Aneignung als ästhetische Selbstbildung

Eine Kulturelle Bildung, die sich mit der sozialräumlichen Perspektive auseinandersetzen und sie für eigene Konzepte nutzen will, sollte sich mit den unterschiedlichen Raumvorstellungen und ihren Folgen in der Praxis auseinandersetzen. Im anschließenden Text wird versucht, konstruktiv zu entwickeln, welche Sozialraumkonzepte von Kultureller Bildung als Alternativen zur planerisch-verdinglichenden Sichtweise genutzt werden könnten. Dabei zeigt sich, dass man durchaus eine Nähe von kritischen Sozialraumansätzen und Konzepten kulturell-ästhetischer Bildung entdecken und aufgreifen kann. Der Durchgang durch wichtige Aspekte von Sozialraumansätzen (besonders der Jugendarbeit), der Konzipierung ästhetischer Erfahrung und den Vorstellungen zum Selbstbildungsbegriff zeigt, dass diese Begriffe bzw. Konzepte und Handlungsfelder zwar nicht ineinander aufgehen, aber doch eine deutliche Schnittmenge aufweisen.

Von Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (2015)

Wirkungsnachweise in der Kulturellen Bildung: Möglich, umstritten, vergeblich, nötig?

Immer wieder wird, gerade im öffentlichen Diskurs um Kulturelle Bildung, nach Wirkungsnachweisen gefragt. In den letzten 15 Jahren sind mehr und mehr öffentliche Mittel in kulturelle Bildungsmaßnahmen geflossen. Ein Beispiel ist das bundesweite Programm „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums, in das seit 2013 rund 230 Mio. EUR investiert werden. Zu Recht wird bei diesen Summen nach Wirkungsnachweisen verlangt, die allerdings selten konkreter spezifiziert werden. Was ist eigentlich mit Wirkungsnachweisen gemeint? Der folgende Artikel widmet sich dieser Frage und versucht eine Definition.

Von Magdalena Skorupa (2015)

Die große Spielwut im Herbst des Lebens – Zusammenfassung der Bestandsaufnahme zum Seniorentheater in Nordrhein-Westfalen

Die Bestandsaufnahme der Seniorentheater in NRW macht deutlich, wie vielfältig die Seniorentheaterszene in NRW ist. Über 900 ältere Menschen spielen in ganz unterschiedlichen Konstellationen Amateurtheater und bereichern damit das kulturelle Leben.