Themenfeld:

Musik

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens in dieser Kunstsparte; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Sparte „Musik“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

83 Beiträge im Themenfeld

Von Christian Rittelmeyer (2015)

Werke und Prozesse künstlerischer Bildung im Blick der Forschung: Über den methodologisch organisierten Verlust der „Objekte“ – und ihre Wiederentdeckung am Beispiel der Musik

Die Wirkungen der künstlerischen Bildung werden weltweit erforscht, wobei allerdings selten die konkreten Tätigkeiten in den Blick kommen – abstrakt ist häufig von „arts education“, „Drama Group“, „Einübung eines Musicals“ usw. die Rede. Man kann jedoch keine fundierten Forschungserkenntnisse gewinnen ohne eine genaue bildungstheoretisch orientierte Phänomenologie dessen, was unter dem Titel der künstlerischen Tätigkeiten tatsächlich passiert. Am Beispiel der Musik und unter Rückgriff auf Methoden der sprachanalytischen Ästhetik wird herausgearbeitet, wie eine solche bildungstheoretisch begründete Phänomenologie beschaffen sein könnte.

Von Burkhard Hill (2014)

„Jamtruck“ - Mobile Musikangebote in der außerschulischen Kulturellen Bildung

"Macht eure Musik": Diesem Motto folgt das von der Stiftung Mercator geförderte Modellprojekt "jamtruck": Ziel ist es, Jugendliche ohne ausgeprägte Kenntnisse zum aktiven Musizieren in einem mit Proberaum und digitalem Aufnahmestudio ausgestatteten LKW namens "jamtruck" einzuladen,  eine Band zu gründen, ein eigenes Musikstück zu entwickeln und aufzunehmen. Angelehnt an die Idee einer "rollenden Musikschule" unterstützen fünf Musikpädagogen die Jugendlichen darin, die Musik, die sie selber gerne hören, spielen zu lernen. In dem vorliegenden Text wird das methodisch-didaktische Konzept des "jamtruck" vorgestellt, die Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche an der Gestaltung des "jamtruck" beschrieben und in einen bildungstheoretischen Kontext gestellt. Abschließend werden die Ergebnisse einer von der Hochschule München durchgeführten Evaluation des Modellprojektes präsentiert.

Von Jürgen Vogt (2014 / 2013)

Benachteiligung und Teilhabe im Kontext von Kultur- und Musikpädagogik

Der Beitrag klärt Begriffsverständnisse von Musik und Kultur und diskutiert, in welchem organisatorischen Rahmen und in welcher Weise Benachteiligung der pädagogischen Bearbeitung zugänglich ist. Anhand der drei Gerechtigkeitstheorien über Verteilungsgerechtigkeit (John Rawls), Verwirklichungschancen (Amartya Sen/Martha C. Nussbaum) und Anerkennungsgerechtigkeit (Axel Honneth/Iris Marion Young) macht der Autor deutlich, dass es nicht nur vorhandene Benachteiligungen im Medium der Musik zu bearbeiten gilt, sondern auch gesellschaftliche Pflicht ist, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, an musikalischen Praxen so teilzunehmen, dass diese Teil eines guten Lebens für alle werden können.

Von Theo Hartogh, Hans Hermann Wickel (2014)

Musikalische Bildung im Alter

In Zukunft ist mit deutlich mehr Bildungsteilnehmern aus der älteren Generation zu rechnen, sodass eine neue Zielgruppe für anspruchsvolle Bildungsangebote entsteht. Die Ergebnisse musikbiografischer Studien zeigen, dass die nachberufliche und nachfamiliäre Lebensphase viel Freiraum für Aktivitäten, wie den Wieder- und Neueinstieg in das Spielen eines Instruments oder die Mitwirkung in einem Musikensemble (Orchester, Kammermusikensembles, Bands, Chöre), bietet. Zudem kann das aktive Musizieren die Lebensqualität im höheren Alter verbessern und in der nachberuflichen Phase entscheidend zur Stabilisierung der Identität beitragen.

Von Jürgen Oberschmidt (2014 / 2013)

Ein Plädoyer für die Muße. Gedanken zu einem kontemplativen Musikunterricht.

Das „Plädoyer für die Muße“ beginnt mit einem Blick in Friedrich Nietzsches Schulalltag. Unzeitgemäße Betrachtungen, die zeigen, dass Schule damals wie heute schöpferischer Muße keinen Platz lässt. Schule trägt nichts mehr von ihrer Ursprungsbedeutung „freie Zeit“. Ästhetische Bildungsprozesse benötigen jedoch diese Zeit und Muße, um sich frei zu entfalten. Diskutiert werden nun verschiedene Strategien der Entschleunigung im Musikunterricht und jene Fallstricke, die in diesen lauern

Von Birgit Jank (2013 / 2012)

Ausbildung in Musik für Kulturelle Bildung

Musik ist Ereignis, Aktion und Schauspiel. Sie speist sich nicht nur aus Tanz, Dichtung, Gestik und Pantomime, sondern hat sich in enger Wechselwirkung mit anderen Künsten entwickelt. Musik ist durch ihre Gemeinschaftlichkeit und durch die von ihr verkörperte Ordnung von jeher ein bevorzugtes Medium von Kultureller Bildung.

Von Susanne Binas-Preisendörfer (2013 / 2012)

Selbst-Bildungen. Praktiken musikalischer und kultureller Sozialisation im Zeitalter medialer Multioptionalität

Nach wie vor besitzt die Aneignung populärer Musikformen im Leben von Kindern, Ju­gendlichen und jungen Erwachsenen (sowie einem großen Teil der Erwachsenen) einen hohen Stellenwert. Quantitativ orientierte Studien wie die jährlich erhobenen JIM­-Studien (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest 2011) belegen, dass der Umgang mit Musik, ob im Rahmen des Austausches mit FreundInnen, mittels technischer Medien wie CDs, MP3, technisch generierter sozialer Netzwerke wie Facebook oder auch das Selber­-Musik­-Machen angesichts medialer Multioptionalität in keiner Weise an Attraktivität verloren hat.

Von Stephan Schmitz (2013 / 2012)

Musikalische Bildung in der Laienmusik

Rund 5.000.000 Aktive musizierten 2009/2010 in über 170.000 Ensembles des vokalen und instrumentalen Laienmusizierens (Deutsches Musikinformationszentrum 2010). Vor allem auf lokaler Ebene durchdringt das Laienmusizieren in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zahlreiche Lebensbereiche. Damit bildet es einen wesentlichen Bestandteil nicht nur des Musiklebens in Deutschland, sondern auch dessen, was das soziale und kulturelle Leben in der Gesellschaft trägt und insgesamt ausmacht.

Von Matthias Pannes (2013 / 2012)

Musizieren ist Sprache der Persönlichkeit – Ein Weg zur Musik durch die Musikschule

Musizieren – für sich, in der Familie, in der allgemein bildenden Schule, in Musikvereinigungen, in Kirche und in vielfältigen freien Gruppierungen – dazu bildet die Musikschule als originärer Ort musikalischer Bildung SchülerInnen jeden Alters und auf jedem Leistungsstand aus. Eige­nes Musizieren trägt hervorragend dazu bei, musikalische Orientierungs­- und Urteilsfähigkeit zu entwickeln.